Partitur des Todes

Roman von Jan Seghers

Georges Hofmann lebt in Paris. Sechzig Jahre lang hat der ehemalige Varietebesitzer seine Vergangenheit verdrängt.

Valerie, eine junge Journalistin bei ARTE, möchte mit dem unscheinbaren Georges ein Life Interview zum Thema Nachbarn wie du und ich, drehen. Er vertraut der Journalistin und offenbart ihr während der Sendung ein Geheimnis: Er wurde als Jude in Frankfurt geboren. Wir schreiben das Jahr 1941. Seine Eltern dürften von der bevorstehenden Deportation geahnt haben und schicken den kleinen Georg zu Nachbarn. Georg sieht in der darauf folgenden Nacht, wie seine Eltern abgeholt werden. Er sieht seine Eltern nie wieder. Um sein Leben zu retten, wird er nach Frankreich gebracht und ist seit dem nie wieder in Deutschland gewesen.

Nach der Sendung erhält Georges Hofmann einen Anruf. Auf einem Landsitz in der Nähe von Paris sei ein Kuvert mit dem Absender Auschwitz für ihn hinterlegt. Es ist von seinem Vater. Der Inhalt: die Partitur einer verloren geglaubten Operette von Jacques Offenbach.

Valerie, die die Story weiterverfolgt, begleitet Georges zur Briefübergabe. Überreden kann sie ihn allerdings nicht, nach Frankfurt mir ihr zu fahren, um mit Interessenten für das Werk zu verhandeln. Er willigt jedoch ein, dass sie alleine nach Frankfurt fährt. Die Partitur überlässt er ihr.

Valerie verschwindet spurlos. Fast gleichzeitig werden auf einem kleinen Restaurantschiff am Frankfurter Mainufer fünf Menschen hingerichtet.

Hauptommissar Marthaler und sein Team stehen vor einem Rätsel. Die Ermittlungen sind langwierig. Erst spät stellt sich heraus, dass Valerie ebenfalls an Bord des Schiffes war und einen Kaufinteressenten für die Partitur getroffen hat. Aber mussten dafür fü nf Menschen sterben? Marthaler beginnt sich mit der Vergangenheit von Georges Hofmann zu befassen. Er vermutet hier die Lösung zu finden. Erstmals beschäftigt er sich mit der deutschen Vergangenheit.

Der dritte Krimi Jan Seghers ist spannend und gut lesbar. Der Autor beschäftigt sich hier mit der Naziherrschaft in Deutschland. Aber erst am Schluss des Buches trifft es den Nerv. Im Vordergrund steht die Polizei und ihre Ermittlungsarbeit.

 

Über den Autor
Jan Seghers alias Matthias Altenburg wurde 1958 geboren. Der Schriftsteller, Kritiker und Essayist lebt in Frankfurt am Main. Nach dem Erfolg von «Ein allzu schönes Mädchen» und «Die Braut im Schnee» ist «Partitur des Todes» sein dritter Kriminalroman.

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