Kaltes Fleisch – Eva Rossmann

Mira Valensky ermittelt in Wien

Wer verlässt sich nicht darauf, dass die Ware im Supermarkt frisch ist?

Mira Valenksy, Journalistin und Hobbyköchin, die gerne am Naschmarkt für ihr leibliches Wohl sorgt, schätzt aber auch ihren Supermarkt um´s Eck der Lebensmittelkette Ultrakauf. Sie kauft hier gerne ihr Frischfleisch und wird eines Tages von Grete, der Kassiererin um Hilfe gebeten: Ein Überfall sei vertuscht worden, denn das sei Negativwerbung fü r die Handelskette. Die „rote Karin“, Gewerkschafterin und Leiterin der Fleischabteilung lässt sich das nicht gefallen. Sie kämpft nicht nur für Grete, sondern auch gegen das Umpacken von abgelaufenem Frischfleisch. Sie landet im Spital, als im Lager ein Stapel Kisten auf sie stürzt.

Die unbequeme „rote Karin“ hat es sich vor allem mit dem jungen verhassten Regionalleiter Sascha Heller verscherzt. Als dieser erschossen im Lagerraum aufgefunden wird, beginnen die Ermittlungen von Mira Valensky. Das freut weder ihren Chef vom „Magazin“, dessen Hauptinserent Ultrakauf ist, noch der Geschäftsführung des Supermarktes.

Von den Angestellten des Supermarktes erfährt Mira wenig. Sie haben Angst um ihren Arbeitsplatz. Erst als sich Vesna, Mira´s bosnische Putzfrau bei Ultramarkt einstellen lässt um hinter die Fassaden zu blicken, werden die Zustände im heimischen Lebensmittelhandel deutlich. Die schlechten Arbeitsbedingungen, Überstunden die nicht bezahlt werden, Ladendiebstähle durch das eigene Personal und brutale Gewinnmaximierung. Bis hin zu EU-Subventionierung und Fleischskandal beleuchtet Eva Rossmann dieses Thema, das jeder von uns kennt. Denn wer von uns geht nicht in den Supermarkt einkaufen?

Interessante Geschichte, wie immer gut recherchiert. Die Charaktere sind ausgezeichnet und originell verfasst, verpackt in einen harmlosen Krimi – doch nicht ohne Spannung.

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