Google-Urteil: Lebenslang!

 

Generell ist das Vorgehen von Google zum Schutz seiner Advertiser einleuchtend, auch die Mechanismen zur Erkennung von ungültigen Klicks, erscheinen akzeptabel. Nicht hinzunehmen ist hingegen, dass Aktionen, die außerhalb des Einflusses eines Webmasters liegen ebenfalls zur Abstrafung bei Google-Adsense führen. Völlig unverständlich ist die Tatsache, dass Google dem Webmaster keinerlei Unterstützung bietet, ein mögliches Problem zu beheben.

"Nein, wir kommunizieren ja mit den Publishern und die Publisher mit uns, aber per E-Mail. E-Mail ist ein sehr sehr effizienteres Kommunikationsmedium. Wir sind in der Lage, alle Anfragen sehr schnell zu beantworten und wir merken, dass unsere Publisher sehr zufrieden mit unserer Kundenbetreuung sind und mit der Geschwindigkeit und Qualität, mit der wir ihnen antworten," meint dazu Kim Malone (Google AdSense).

Miss Malone ist sicher einverstanden, wenn ich jetzt behaupte, Geschwindigkeit hat nichts mit Qualitä t zu tun. Jedenfalls nicht in Bezug auf Korrespondenz. An der Antwortgeschwindigkeit ist ja nichts auszusetzen, alleine die Stilblüten, die Google seinen Kunden zumutet sind beachtenswert:

"Es ist uns bewusst, dass Sie spezielle Informationen zu den unzulässigen Klicks erhalten möchten, die wir beobachtet haben. Aufgrund der Datenschutzmaßnahmen unseres Überwachungssystems können wir keine speziellen Details zu diesen Klicks weitergeben. Bitte beachten Sie, dass wir Anfragen bezüglich der genauen Gründe für unsere Entscheidung möglicherweise nicht beantworten können. Vielen Dank für Ihr Verständnis".

Wieviel Verständnis wird einem abgefordert um diese Antwort zu ertragen? Oder ein anderes Beispiel für eine googlesche Qualitätsantwort:

"Die Startseite Ihrer Website (…)enthält Schlagzeilen und Zusammenfassungen im Zusammenhang mit dem Dritten Weltkrieg.
Anscheinend erachtet unser System diese Themen als negativ und deshalb werden Anzeigen für gemeinnützige Organisationen auf dieser Seite geschaltet."

Der Dritte Weltkrieg war im Kalten Krieg die Bezeichnung für die Annahme eines möglichen atomaren Krieges zwischen den Atommächten, der womöglich die Vernichtung eines Großteils der Menschheit zur Folge gehabt hätte. Meint Google diese spezielle Bezeichnung für einen möglichen Krieg, oder bezieht sich die Massregelung auf Fidel Castros Kommentar:

„Wir leben im Dritten Weltkrieg, einem Wirtschaftskrieg. Es handelt sich um einen nicht erklärten Krieg: Es ist der Krieg der Wucherzinsen, des Preisverfalls und des ungleichen Austausches. Die ferngesteuerten Raketen und Handelsbedingungen töteten bislang Millionen von Menschen in der ausgeplünderten Welt. Sie bringen sie um durch Hunger, Krankheit, Arbeitslosigkeit und Kriminalität.“

Vielleicht wird der Krieg gegen den Terrorismus auch als Dritter oder je nach Sichtweise als Vierter Weltkrieg bezeichnet. Vielleicht weiß Google überhaupt nicht was sie da schreiben, weil  ja -siehe oben- es mit so großer Geschwindigkeit vonstatten geht.
Fragen zu Antworten duldet Google ebenfalls nicht:

"Beachten Sie bitte ebenfalls, dass nachfolgende oder doppelt gesendete E-Mails zu diesem Problem nicht berücksichtigt werden und Sie möglicherweise keine weiteren Mitteilungen von uns erhalten. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis".

Oder:

"Bitte beachten Sie, dass wir Anfragen bezüglich der genauen Gründe für unsere Entscheidung möglicherweise nicht beantworten können. Vielen Dank für Ihr Verständnis".

Webmaster, die im Zusammenhang mit "click fraud" von Google aufgefordert werden, Berichte, Protokolle und Weblogs  zu ihrer Entlastung zu übersenden, können sich die Mühe gleich ersparen. Die Antworten kommen einer Bestrafung gleich und lauten:

"Beachten Sie, dass wir zum Schutze unseres Algorithmus keine Details bezüglich der Funktionsweise der Überwachungstechnologie oder der speziellen Ergebnisse für Ihr Konto weitergeben können. Aufgrund der Datenschutzmaßnahmen unseres Überwachungssystems können wir keine speziellen Details zu diesen Klicks weitergeben".

Aktuell könnte Google den Webmastern auch gleich schreiben:

"Sehr geehrtes Google AdSense Mitglied,
Sie haben mit Ihrem Konto vielleicht irgendwann gegen irgendeine unserer Bestimmungen verstoßen. Zumindest besteht auf jeden Fall der Verdacht, dass Ihr Konto irgendwann gegen irgendeine unserer Bestimmungen verstoßen hat.

Natürlich sind wir somit leider gezwungen Ihr Konto auf Lebenszeit zu sperren. Sie sind selbst schuld, wenn Sie einen Fehler gemacht haben. Sollten wir Sie eventuell zu Unrecht gesperrt haben, sind Sie trotzdem selbst Schuld, da Sie unseren AGBs zugestimmt haben und somit gewusst haben, dass wir Sie jederzeit willkürlich sperren können.

Nähere Nachfragen zu Ihrem Ausschluss sind absolut zwecklos und werden in keinster Weise bearbeitet. Das wäre ja noch schöner!! Was denken Sie wieviel Personal wir dann einstellen müssten, da eine individuelle Kontrolle sehr zeitaufwendig ist. Wie Sie vielleicht wissen, sind wir ein börsennotiertes Unternehmen und demnach um Gewinnmaximierung bestrebt. Unnötiges Personal für individuelle AdSense-Konten-Prüfungen können wir uns daher aus renditetechnischen Gründen nicht leisten.

Es gibt jeden Tag zigtausende neuer Internetseiten. Daher können wir gut damit leben, Sie als AdSense-Partner verloren zu haben. Dennoch wünschen wir Ihnen für die Zukunft alles Gute. Schließlich haben wir an Ihnen genug verdient, da wir Ihr aktuelles Guthaben natürlich nicht auszahlen, da es teilweise an unsere Werbetreibenden zurückerstattet wird und wir den Großteil des noch nicht ausbezahlten Betrages behalten. Dies dient wiederum der Gewinnmaximierung, was unserem Aktienkurs wieder sehr förderlich ist.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Google Adsense Konten-Controlling-Robot" (webmasterpark)

Google ist auf dem besten Weg zu einem Informationsmonster mit Monopolstellung. Gemessen an der zur Schau gestellten Arroganz und Selbstherrlichkeit ist Google schon heute nicht mehr zu übertreffen.

2 Responses to “Google-Urteil: Lebenslang!”

  1. shalom sagt:

    Ich habe den Eindruck, Google verwendet einen grossen Teil seiner Kraft, um unliebsame Kommentare zu filtern und Suchergebnisse zu zensurieren. Kritik, wenn auch mit Argumenten untermauert, lässt Google nicht zu. „Abstrafung“ ist das Mittel der Wahl. Hast Du jemals Geld von Google erhalten?

  2. admin sagt:

    Hallo Shalom,
    Nein, leider „sehr arm“, kein Geld von Google erhalten. Nur die „Strafe“. Und blöde Antworten.
    Aber ein bisserl neugierig bist Du schon! Die Google-Antwort würde vermutlich lauten:
    Es ist mir bewusst, dass Du spezielle Informationen und Details erhalten möchtest.
    Aufgrund der Datenschutzmaßnahmen meines Systems musst Du beachten, dass ich zum Schutze meines Algorithmus keine Details bezüglich meiner Erkenntnisse und damit verbunden keine speziellen Ergebnisse weitergeben kann.
    Beachte bitte ebenfalls, dass nachfolgende oder doppelte Postings zu diesem Problem von mir nicht berücksichtigt werden und Du daher möglicherweise keine weiteren Mitteilungen zu Deinen Fragen erhalten wirst. Ich danke für Dein Verständnis.
    Bitte beachte abschließend, dass ich Anfragen bezüglich der genauen Gründe für meine Entscheidung möglicherweise nicht beantworten kann. Vielen Dank für Dein Verständnis…

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.