Pfeif auf Gusi…

 

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Kalina macht die Junge ÖVP für die Pfeifkonzerte verantwortlich, die Kanzler Gusenbauer bei den Skirennen in Kitzbühel und Schladming, bei der Eröffnung des Stadions in Kärnten, aber auch beim Davis-Cup-Turnier in Wien zu ertragen hatte. In der SPÖ ist man offensichtlich der Meinung, dass die Performance des Bundeskanzlers (und die der gesamten SPÖ) die Menschen zu Beifallsstürmen bewegen müsste. Jetzt spielt man die beleidigte Leberwurst und findet den Initiator und Schuldigen für die Pfiffe des Volkes beim Regierungspartner.

Nachdem steirische Genossen in Schladming ein Pfeiferl gefunden haben ortet Kalina die Urheber der Unmutsäußerungen:  „Wir haben Hinweise, dass dies von der Jungen ÖVP organisiert wurde.“ Und weiter: Der Niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll habe sich zum Wahlkampfauftakt seiner Partei Montagabend zu erkennen gegeben und mit der Ansage „Ein Politiker, der auf die Menschen pfeift, auf den pfeifen die Menschen“ den letzten Beweis geliefert.

Kalina denkt scharf nach und resümiert: „Ich habe nichts gegen Demonstrationen vor einem Ministerium für oder gegen eine bestimmte Sache. Wenn aber Parteien gegen andere Politiker Störtrupps zu einer harmlosen Sportveranstaltung schicken, dann hört sich alles auf. Diese Praxis gehöre „weit zurück in die Vergangenheit geschickt“.

Richtig: die Sportveranstaltung war harmlos, die "anderen Politiker" alles andere als das. Mit "weit zurück in die Vergangenheit" meint er vermutlich die unsägliche Zeit vor dem 2. Weltkrieg. Hier denkt Kalina falsch. So weit zurück braucht sich der SPÖ-Politiker nicht zu erinnern. Ist eben diese Vorgehensweise nicht immanent und usus, wenn Sozialdemokraten in diesem Staat etwas nicht passt? Man erinnere sich bloß an die Unruhen um und während der Angelobungen diverser Schwarz-Blauer Regierungen. Jahrelange Donnerstags-Demonstrationen in Wien. Das Anschwärzen Österreichs International.

Alles Anlässe bei denen keinesfalls der Hauptzweck des Protestes gegen eine bestimmte Sache gerichtet war sondern gezielte Verunglimpfung gegen Personen betrieben wurde.

Die Vorwürfe sind lächerlich und infantil. Eigentlich schade, dass man sich so einen Tinnef anhören muss. Die Innenpolitik hat das Niveau streitender Kinder in der Sandkiste erreicht. Apropos Sandkiste: Vielleicht sollte die Regierung ihre vollmundigen Versprechen die da unter anderem waren: Studiengebühren abschaffen, Euro-Fighter abbestellen, Krankenkassen sanieren, solidarischer Hochleistungsstaat, Real-Pensionserhöhungen, mehr soziale Wärme usw. endlich umsetzten und nicht jedes angekündigte Vorhaben in den Sand setzen.

Hätte sich Gusenbauer mit tadelloser Regierungsarbeit Applaus verdient, würden die Menschen ihm die Hurra-Rufe nicht vorenthalten. Wie sagt man so schön: "Aus Schaden wird man Klug!".  Die SPÖ hat noch viel zu lernen.

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