Falco´s Brillant

ebay – Versteigerung vom 06.02.2008:

Artikelnummer: 270209952634

Verkäufer: txp53

Käufer: somemir61

Angebot beendet am 16.02.2008

Erfolgreiches Gebot:
EUR 505,00

Das Angebot:

"Sie haben die Möglichkeit ein, auf der ganzen Welt absolut einmaliges Zeitdokument zu ersteigern!

Am 17.07.1997 erschien  FALCO alias Hans Hölzel in meinem Labor mit der Bitte sich einen Brillant in den Zahn 12 einsetzen zu lassen. Da ich auf das Einsetzen von Edelsteinen spezialisiert bin, erklärte ich ihm detailliert die Vorgehensweise
und wir schlossen einen Kontrakt.

Am 31.07.1997 wurde das Rohgerüst der Kronenkonstruktion anprobiert und am 03.08.1997 erschien er zum letzten Mal zum Eingliedern der Krone mit dem Brillanten.

Ich war unendlich bestürzt,als ich ein halbes Jahr später von seinem Unfalltod erfuhr. Seitdem habe ich diese Dokumente archiviert.

Ich darf noch einmal auf die absolute Einmaligkeit und Echtheit dieser Objekte hinweisen, die ich selbstverständlich beeiden würde!" (txp53/Iserlohn)

Es handelt sich um folgende Objekte:

2 Portraitfotographien

1 Mund Close Up (Brillant in situ)

1 Mikrofilm mit Ausdruck der Expertise des int. Gemologischen Institutes Antwerpen

Der Kontrakt mit original Unterschrift von Hans Hölzel

Das Oberkiefer Arbeitsmodell, der Unterkiefer Gegenbiß

Copyright sämtlicher Fotos: Thomas Pehle

 

Die Story:

Vor zehn Jahren starb Falco bei einem Autounfall in der Dominikanischen Republik. Ein Iserlohner Zahnarzt hat seine ganz eigenen Erinnerungen an den Wiener Popstar.

„Im Juni 1997 erhielt ich einen Anruf, ob ich einen Brillanten in einen Zahn einsetzen könne”, erinnert sich der Iserlohner Zahnarzt Thomas Pehle, bei dem damals auch die jungen Damen von Tic Tac Toe hin und wieder zur Behandlung kamen. Pehle, der nicht nur eine Ausbildung als Zahnarzt, sondern auch als Zahntechniker hat, stand unvermittelt vor der interessantesten Aufgabe seiner Karriere: „Klar kann ich das, wann wollen wir beginnen?” 

Am 17. Juli 1997 besuchte der 40-jährige Johann Hölzel, wie Falco mit bürgerlichem Namen hieß, zum ersten Mal den Iserlohner Dentisten. Der Musiker hatte beim Frontman der Rockgruppe „Simply Red” einen Rubin im Gebiss funkeln sehen und war nun von dem Gedanken fasziniert, selbst einen Brillanten zu tragen.

„Falco wirkte auf mich locker, witzig und charismatisch”, erinnert sich Thomas Pehle an den Wiener im Sauerland, der oft als arrogant und exzentrisch eingestuft wurde. Schnell wurde ein privater Vertrag abgeschlossen, der Falco einen 0,31-Karäter am Zahn 12 zusicherte. „Die Angelegenheit war ja keine Behandlung und Falco kein Patient; hier ging es um eine kosmetische Arbeit”, betont Pehle nachdrücklich. Da ein Brillant nicht in einen natürlichen Zahn eingesetzt werden kann, musste das gute Stück (Kaufpreis damals 3590 Mark) in eine Krone eingearbeitet werden. Falcos entsprechender Zahn wurde dafür abgetrennt und der Nerv gezogen.

Bei der Laborarbeit, den Edelstein in die eigens erstellte Keramikkrone einzubrennen, kam es jedoch zu einer Panne. Die Krone zerbarst unter Hitze und Spannung, der Brillant erblindete. Thomas Pehle wiederholte den Brennvorgang, nunmehr mit einem Platzhalter für den Brillanten und fuhr nach Antwerpen, um von Experten den Stein wieder zum Leuchten bringen zu lassen. Die Idee, den 0,31-Karäter in Vitriol abzukochen, erwies sich als ungeeignet und erst einem versierten Schleifer gelang es, dem Brillanten sein altes Feuer zurückzugeben. 

Am 3. August 1997 kam Falco zum dritten und letzten Mal in die Iserlohner Laborräume. Mittels einer Uhrglasfassung saß der Diamant inzwischen fest in der Krone; es ging ans Probetragen. „Um genau 23.17 Uhr haben wir noch ein Foto von Falco mit seinem neuen Brillanten im Zahn gemacht”, zeigt Thomas Pehle heute das Bild mit Datumsgravur. „Dann hat er sich verabschiedet, und ich habe ihn nie mehr wieder gesehen.” Das endgültige Einbetonieren der Krone fand nicht mehr statt; wenige Monate später war Falco bereits tot. 

Und was ist aus dem Brillanten geworden? „Im Internet habe ich gelesen, dass Falco bei dem Unfall schwere Kopfverletzungen erlitt und auch einige Zähne verloren haben soll. Vielleicht liegt der Stein ja noch immer unentdeckt am Unfallort, vielleicht hat ihn auch jemand gleich stibizt”, mutmaßt der Zahnarzt in Iserlohn.

Quelle: Der Westen

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